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Ship it – Schiffchenbauen

Ein gesunder Softwareentwicklungsprozess befindet sich immer in Veränderung. Über die letzten Monate hat sich daher unser Fokus von Scrum immer mehr Richtung Kanban verlagert. In Kanban – genauer gesagt der Software-Variante von Kanban – dreht sich viel um die beiden Messwerte Throughput (Durchsatz) und Cycle Time (Durchlaufzeit). Im Tagesgeschäft ist oft nur schwer erkennbar, durch welche Faktoren diese Werte beeinflusst werden. Grund genug, dass ich in meiner Rolle als Agile Coach versucht habe spielerisch dieses Zusammenspiel greifbarer zu machen.

Inspiriert wurde ich durch eine Passage aus dem Buch Kanban in der Praxis und dem zugehörigen Video von Klaus Leopold. Ziel der Übung ist es, als Team weiße Papierschiffchen zu basteln, wobei jede Person nur einen Faltvorgang macht. Am Ende entsteht dadurch dann ein fertiges Schiffchen. Die Gruppe hat pro Durchgang zwei Minuten Zeit so viele Schiffchen wie möglich zu machen. Am Ende der Prozesskette schreibt ein Teammitglied die Zeiten auf, wann jedes Schiffchen eingetroffen ist.

Team beim ersten Durchgang im Schiffchenbau-Prozess Zettel mit Ankunftszeiten der einzelnen Schiffchen

Das Ganze wird zwei Mal gemacht. Einmal ohne Work-in-Progress-Limits und Push-Prinzip und einmal mit einem WiP-Limit von 1 und Pull-Prinzip. Danach werden die notierten Fertigstellungszeitpunkte der Schiffchen herangezogen, um sich Durchsatz und Durchlaufzeit zu errechnen. Die Gruppe erfährt durch die Betrachtung im Zeitraffer schnell welche Auswirkungen zu viel gleichzeitig begonnene Arbeit haben kann.

Flipchart-Auswertung der Rohdaten Fachgerechte Entsorgung im Altpapiercontainer nach dem Spiel

Michael

Wenn Michael gefragt wird, was er beruflich macht, sagt er “Scrum Master”. Wenn er dann in ein fragendes Gesicht blickt, sagt er “Agile Coach”. Wenn dann die Stirnrunzeln bei seinem Gegenüber noch größer werden, wechselt er das Thema und redet über das Motorradfahren, Tai Chi oder Süßigkeiten.

Meine Masterarbeit mit karriere.at

Projekt-Fortschrittsanzeige in JIRA mittels Scriptrunner

karriere.at Hackathon 2017